Kaffee aus Hawaii wird verifizierbar

By Andreas Ketzmann

Neue Testmethode könnte Produktreinheit garantieren 

„Hawaii Kona“ ist für den versierten Kaffee-Kenner weltweit ein echtes Gütesiegel. Die mild-würzige Sorte wächst ausschließlich im gleichnamigen Distrikt der Hawaiianischen Hauptinsel und gilt als ein Spiegel des perfekten Bodens, des Klimas und der Verarbeitung vor Ort. Die kleine Anbaufläche macht diesen Kaffee hochbegehrt und kostbar. Kenner schätzen ihn für seinen exzellenten Geschmack und sind deshalb auch gerne bereit, seinen vergleichsweise hohen Preis in Kauf zu nehmen.

Problematisch ist allerdings das nicht vorhandene Reinheitsgebot, und so lassen sich auf dem Markt allerlei Mischungen oder „Blends“ finden. Ein 10%iger Anteil Kona-Kaffee reicht bisher gesetzlich bereits aus, um einen Blend als Kona verkaufen zu dürfen. Hier Einhalt zu gebieten, hat sich die neugegründete Kona Coffee Farmer Association (KCFA) zum Ziel gemacht.

Die vergleichsweise junge Organisation umfasst zur Zeit bereits eine Mitgliederzahl von rund 80 Kaffeebauern, und die Tendenz ist steigend. Erklärtes Ziel ist die durchgehende Etablierung von 100%igem Kona-Kaffee abseits der derzeitigen Blendpolitik. Dabei sind es nicht die großen verarbeitenden Betriebe, denen geholfen werden soll. Fokus ist vielmehr das Gros der sogenannten „Cherry Farmers“, der zumeist alteingesessenen Kaffeebauern mit niedrigem Ausbildungsstand. Ihnen soll bei der Weiterverwertung der Kaffeekirschen unter die Arme gegriffen werden.

Eine neue Testmethode der Oregon State University könnte hier eine entscheidende Rolle spielen. Basierend auf der Tatsache, dass jede Region eines Landes seinen eigenen chemischen Fingerabdruck in Form von stabilen Isotopen und Spurenelementen hinterlässt, ist die vergleichsweise präzise Bestimmung des Ursprungs landwirtschaftlicher Produkte im Grundsatz möglich. Prof. Kim Anderson, Mitentwickler des Test, sieht sich nun zunächst mit der Herausforderung konfrontiert, eine umfangreiche Datenbank zu erstellen, welche die Identifikation von Produkten rund um den Globus ermöglicht. Der konkrete Test sei zukünftig mit rund 50 USD relativ kostengünstig durchführbar.

Die KCFA sieht hierin eine Möglichkeit, in Zukunft die Produktreinheit von Kona-Kaffee garantieren zu lassen. Dass die Blend-Produzenten über eine solche Vorgehensweise wohl kaum glücklich sind, liegt auf der Hand. Für den Konsumenten, aber mehr noch für die Bauern vor Ort wäre dies jedoch fraglos ein echter Gewinn.

Artikel von Lethe Genussversand
www.lethe-kaffee.de

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