Neue Studie zeigt deutliche Unterschreitung des Grenzwertes
Ochratoxin A hat keinen guten Ruf. Das Schimmelpilzgift erzeugt bei Nagetieren erhebliche Nierenschäden, ob allerdings auch Befürchtungen für den Menschen bestehen, war bisher ungeklärt. Müsli, Kaffee, Wein und Traubensaft weisen Anteile des Giftstoffs auf, doch die Toxikologin Angela Mally von der Uni Würzburg konnte nun nachweisen, dass man in hiesigen Breitengraden auch weiter bedenkenlos Kaffee genießen kann, ohne sich um seine Nieren Sorgen machen zu müssen.
Die Dosis ist dabei der Schlüssel. Feuchtigkeit bei Ernte und Lagerung lassen das Gift entstehen, und so ist die entscheidende Forderung der Forscher, für bestmögliche Lagerverhältnisse zu sorgen, um der Bildung von Ochratoxin A vorzubeugen.
Obwohl lange Zeit unklar war, wie der Pilz eigentlich beim Menschen wirkt, hatte die Europäische Kommission 2004 bereits eine Höchstmengenverordnung festgeschrieben, und nun konnte die Würzburger Toxikologin belegen, dass der Anteil des Giftes, den ein EU-Bürger durchschnittlich zu sich nimmt, merklich unterhalb der Kontaminationsgrenze liegt und deshalb keine gesundheitlichen Schäden mit sich bringt. 15 bis 60 Nanogramm pro kg Körpergewicht nehme ein Europäer pro Woche zu sich. Der Grenzwert, den die EU 2006 noch einmal erhöhte, liegt nun bei 120 Nanogramm.
Nachzulesen sind die Ergebnisse von Angela Melly und ihrem Team im aktuellen „Handbuch der Lebensmitteltoxikologie“.
Artikel von Andreas Ketzmann,
Lethe Genussversand – Kaffee und Kaffeeseminare
Schlagworte: angela mally, ernährungswissenschaft, kaffee, kaffeelagerung, traubensaft, wein
